Die fünf häufigsten Fehler beim ETF-Kauf – und wie du sie vermeidest

ETF Kauf ohne Fehler - so wird's gemacht

Das Wertpapierdepot ist eingerichtet. Jetzt kann der ETF-Kauf losgehen. Doch Vorsicht! Diese fünf Fehler machen Anleger dabei am häufigsten.

Keine Panik. Wenn du ein paar goldene Regeln für den ETF-Kauf beherzigst, dann kannst du dabei wenig verkehrt machen. Den Anfang hast du vermutlich bereits hinter dir. Du hast dir ein kostengünstiges Wertpapierdepot – wenn nicht sogar ein kostenfreies – eingerichtet. Außerdem hast du sicher schon einen Index im Auge, den dein ETF nachbilden soll.

Sicher hast du schon im Netz recherchiert, welcher ETF für dich am besten geeignet ist. Das heißt: Welcher die günstigsten Gesamtkosten verursacht und gleichzeitig zu deiner Anlagestrategie passt. Damit sind die Voraussetzungen für deinen ETF-Kauf erfüllt. Wo lauern jetzt die Fallstricke?

1. Den ETF nicht über seinen Namen suchen

ETFs haben meistens lange, unverständliche Titel. Z.B. heißt ein beliebter Indexfonds „iShares Core MSCI World UCITS ETF“. Wenn du diesen Namen in die Suchfunktion deines Brokers oder deiner Bank eintippst, dann ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass du durch „intelligente“ Vorschläge während der Eingabe zu einem anderen Finanzprodukt geleitet wirst. Denn es gibt viele Wertpapiere mit ähnlich lautender Bezeichnung.

Stattdessen WKN oder ISIN nutzen

Besser du suchst nach einer der beiden eindeutigen Nummern: WKN oder ISIN. Die WKN ist die Wertpapierkennnummer. Dabei handelt es sich um eine etwas ältere, aber immer noch gültige eindeutige Nummer für jedes in Deutschland handelbare Wertpapier. Also nicht nur ETFs, sondern auch Aktien, Anleihen und Zertifikate sowie alle anderen Wertpapiere haben eine WKN.

Offiziell wurde die WKN im Jahr 2003 durch die ISIN abgelöst. Diese Abkürzung steht für „International Securities Identification Number“. Die ISIN dient der weltweit eindeutigen Identifizierung von Wertpapieren. Sie hat zwölf Stellen und beginnt mit einem Ländercode. Dieser Code zeigt dir an, aus welchem Land das jeweilige Produkt stammt. Zum Beispiel „DE“ für Deutschland. Mit der ISIN gehst du also auf Nummer sicher, wenn du einen ausländischen ETF kaufen möchtest.

2. Den ETF nicht über eine Börse kaufen

Auch wenn große Namen wie „Börse Frankfurt“ wie Musik in den Anlegerohren klingen und einen sicheren ETF-Kauf ohne Fehler vermuten lassen: Kaufe dort besser nicht. Die meisten Parkettbörsen verlangen nämlich eine Gebühr, die du dir bei elektronischen Direktanbietern schenken kannst. Keine Sorge: Deine ETF-Anteile sind dabei nicht weniger sicher, nur weil der Name des Handelsplatzes vielleicht nicht ganz so bekannt ist.

Stattdessen besser beim Direkthändler ordern

Wenn du mehrere Börsen zur Auswahl hast, dann halte z.B. nach „Tradegate“, „Lang & Schwarz“ oder „Baader Bank“ Ausschau. Das sind elektronische Handelsplätze, die in der Regel keine Gebühr beim ETF-Kauf verlangen. Solltest du alle drei zur Verfügung haben, dann wähle denjenigen mit dem geringsten Briefkurs. Dieser Kurs ist der entscheidende für den Kauf.

Übrigens: Wenn du Brief- und Geldkurs miteinander vergleichst, dann erkennst du ganz schnell, ob es sich um einen Direkthändler oder eine Börse handelt. Der sogenannte „Spread“, also der Abstand zwischen Briefkurs und Geldkurs, sollte so gering wie möglich sein. Im Idealfall ist er nahe Null.

3. Vor dem Kauf in die Sonderangebote schauen

Viele Banken und Online-Broker haben ausgewählte ETFs für eine reduzierte Orderprovision im Angebot. Oft handelst du bestimmte ETFs sogar kostenfrei. Dieser Kostenvorteil kann einen Teil der Rendite deines ETFs ausmachen.

Es ist ähnlich wie beim Online-Shopping. Bevor du deinen Warenkorb zur Bezahlung absendest, prüfst du sicher ebenfalls, ob du vielleicht noch einen Gutschein des Shops hast oder es vielleicht gerade eine Rabattaktion gibt.

Rechnen wir mal

Angenommen, du hast ein Wertpapierdepot bei einer Filialbank wie der Postbank (hier unser Depot Test). Wenn du 10.000 € in einen ETF investierst, dann fallen regulär 39,90 € Orderprovision an. In einer langfristigen Sonderaktion bietet die Postbank jedoch viele ETFs zum Orderpreis von nur 4,95 € an. Somit sparst du 34,95 € beim Kauf.

Wenn dein ETF im ersten Jahr eine Wertentwicklung von 4% erzielt, dann hast du einen Bruttogewinn von 400 € im Depot. Die Orderprovision der Postbank entscheidet also darüber, ob deine Rendite etwa 9 % höher oder niedriger ausfällt.

Allerdings relativiert sich das ganze mit den Jahren. Dennoch: Man weiß nie, wie schnell man möglicherweise auf Teile des angelegten Gelds zugreifen (sprich: verkaufen) muss. Insofern bist du auf der sicheren Seite, wenn die Ordergebühren günstig oder sogar gleich Null sind.

4. Nur ETF kaufen, wenn die Börse geöffnet ist

Für die Kurse bei Direkthändlern außerhalb der Börsenöffnungszeiten, gibt es kaum eine Regulierung. Allerdings dürfen die Preise während der Öffnungszeiten der Börse nicht höher sein. Deshalb solltest du nicht am Wochenende oder in den Nachtstunden kaufen. Wenn es doch sein muss, dann nur mit einem Limit (siehe nächster Tipp).

Beste Zeit zum Handeln: Mo-Fr 9 bis 17.30 Uhr

Um ganz sicher zu sein, empfiehlt es sich, nur während der Öffnung der elektronischen Börse XETRA zu kaufen. Dabei handelt es sich um den größten deutschen Handelsplatz. Er ist von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17.30 Uhr verfügbar. So vermeidest du einen möglichen Preisnachteil bei der Order über einen Direkthändler.

5. ETF-Kauf immer mit einem Limit absichern

Die meisten Broker bieten mindestens zwei Order-Varianten an:

  • Market-Order und
  • Limit-Order

Bei der Market-Order wird der ETF-Kauf zum gerade günstigsten verfügbaren Kurs ausgeführt. Demgegenüber bietet die Limit-Order die Möglichkeit, eine Preisgrenze zu setzen. Unterhalb dieser Grenze bist du also mit einem Kauf einverstanden.

Limits können meistens für mindestens zwei Zeiträume eingerichtet werden: heute und ultimo. „Heute“ bezieht sich dabei auf das Ende des Handelstags. „Ultimo“ steht für den letzten Handelstag des Monats.

Da es beim ETF-Kauf – anders als z.B. bei Zertifikaten – nicht auf Minuten ankommt, solltest du für jede Order ein Limit setzen. Dieses kann je nach Marktlage auch etwas unterhalb dem aktuellen Xetra-Kurs liegen und bis ultimo gesetzt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass der ausgewählte Index bis Monatsende nochmal einen Dip unter dein Limit macht, ist in vielen Fällen realistisch. Auf jeden Fall schützt dich das Limit aber vor einem zu hohen Kaufpreis.

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Wer schreibt hier?

Oliver Drägert
Ich bin der Gründer von Depotscanner.de. Seit den Neunzigerjahren fasziniert mich die Börsenwelt. Mein Motto: Die beste Zeit zum Investieren ist genau jetzt - es gibt immer Chancen. Außerdem entwickle ich gern Websites. Nimm einfach Kontakt mit mir auf, falls du Fragen zu diesem Beitrag oder meinem Finanzblog hast.
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