Spreads vermeiden und somit einen Anfangsverlust verhindern

Weite Spreads beim Aktienkauf vermeiden und Kosten sparen

05.01.2021

Der Geldkurs ist der höchste Preis, zu dem ein Käufer bereit ist, ein Wertpapier zu kaufen. Der Briefkurs meint den Mindestpreis, den der Verkäufer erhalten will. Andere Bezeichnungen sind Buy oder Sell. Der Spread ist der Unterschied zwischen dem Geldkurs und dem Briefkurs einer Investition an der Börse. Der Begriff Bid wird allgemein auch als „bieten“ übersetzt, Ask hingegen bedeutet „nachfragen“.

Was ist ein Spread?

Man nennt die Differenz zwischen Bid und Ask auch Geld-Brief-Spanne. Beträgt das Angebot eines Verkäufers für ein Papier also 30 und das Angebot eines Käufers 28, errechnet sich der Spread aus der Differenz zwischen 30 und 28 mit dem Ergebnis 2. Die unterschiedlichen Kurse ergeben sich aus dem Umstand, dass ein Verkäufer meist zu einem hohen Preis verkaufen, der Käufer aber möglichst wenig zahlen will.

Damit entsteht eine Kursangabe, die beide Werte miteinander in Beziehung setzt. Eine andere Bezeichnung für den Bid-Ask-Spread ist Quotierung. Um die Chancen unterschiedlicher Investments miteinander zu vergleichen, hilft es, die Quotierung in Prozent vom Kurs des Investments anzugeben.

Hohen Spreads mit einem Limit begegnen

Bei der Aufgabe einer Order durch den Käufer empfiehlt sich die Angabe eines Limits. Damit gibt er den maximalen Preis an, den er zu zahlen bereit ist. Besonders in schnellen Märkten ist die Aufgabe einer Limit-Order notwendig, wenn man böse Überraschungen vermeiden will.

Durch die unterschiedlichen Erwartungen der Händler, die sich in der Geld-Brief-Spanne ausdrücken, erhöhen sich ohnehin immer die Kosten für den Investor. Denn der Kurs muss zunächst den Preis erreichen, den er beim Abschluss gezahlt hat.

Ursachen für einen weiten Spread

Die Geld-Brief-Spanne ist bei „exotischen“ Wertpapieren meist deutlich höher als bei normalen Investments. Besonders bei Derivaten ist es der Market Maker, der eine höhere Differenz stellt, denn diese ist sein Gewinn.

Außerdem geht er beim Abschluss einer Order immer sofort und meist automatisiert ein Gegengeschäft ein, um sich abzusichern. Bei einer anderen Bank kauft er eine Buy-Option oder ähnliches, wenn sein Kunde eine Sell-Position eingegangen ist.

Bei einem Gewinn des Anlegers entsteht für ihn somit kein Verlust, denn er hat „das Risiko weitergereicht“. Der zweite Market Maker, der für den Verlust aufkommt, tut seinerseits dasselbe usw., und so verschwindet der Verlust allmählich in den Weiten des Börsenhandels.

Bei einem illiquiden Titel oder in Zeiten geringer Handelsaktivität entsteht allerdings das Problem, dass nicht genügend Marktakteure bereit sind, das Risiko einer Absicherung zu übernehmen. Dann bleibt die zuerst beauftragte Bank im Fall der Fälle auf ihren Verlusten sitzen. Und dieses Risiko versucht sie, durch den erhöhten Unterschied zwischen Geld- und Briefkurs zu minimieren.

Unterschiede im Orderbuch

An der Börse hingegen ergeben sich die Differenzen durch das unterschiedliche Interesse der Anleger an einem Wertpapier. Bei geringer Nachfrage finden sich nur wenige Einträge im Orderbuch mit bisweilen erheblichen Unterschieden.

Hier entstehen die hohen Kursunterschiede durch die geringen Angebote, die oft erheblich auseinander liegen. Auch bei normalerweise liquiden Titeln flaut übrigens die Aktivität nach Handelsschluss deutlich ab, und die Geld-Brief-Spanne weitet sich entsprechend aus.

Die Unterschiede der Geld- und Brief-Kurse sind also insbesondere abhängig von der Zahl der Verkäufer und Käufer und ihrem Handelspotential. Die unterschiedliche Kapitalisierung der beiden Gruppen bestimmt die Differenz der Quotierung, und diese variiert auch im Verlauf des Handelstages, wenn Nachrichten lanciert werden.

Entsteht zum Beispiel bei vielen Akteuren wegen einer aktuellen Unternehmensentwicklung die Vermutung, die Aktie stelle mittlerweile ein erhöhtes Risiko dar, wird diese Befürchtung zu einer Erhöhung der Verkaufsaufträge führen. Damit entsteht ein Ungleichgewicht, und die Geld-Brief-Spanne wird oft erheblich ausgeweitet.

Mit einem Blick ins Orderbuch erkennt der Handelsteilnehmer unmittelbar, dass am Markt eine Unsicherheit entstanden ist. Und nun sollte er sich mit seinem Investment zurückhalten, denn es sind heftige Ausschläge in beide Richtungen zu erwarten.

Worauf sollte der Anleger bei der Quotierung achten?

Für den Anleger ergibt sich also, dass nicht alles handelbar ist, nur weil es im Angebot seiner Bank zu finden ist. Kommt es etwa vor, dass ein Rohstoff plötzlich interessant erscheint, der normalerweise nicht besonders auffällt, sollte man zuerst die Quotierung mit den üblichen Investments vergleichen.

Oft stellt sich bald heraus, dass der Kurs erheblich steigen müsste, um nur die Differenz zwischen Bid und Ask auszugleichen. Ob die kurstreibende Nachricht aber noch ausreicht, um in die Gewinnzone zu gelangen, bleibt in vielen Fällen fraglich.

Der Anleger sollte sich also auf die Wertpapiere konzentrieren, die eine möglichst geringe Geld-Brief-Spanne aufweisen. Denn so ergeben sich nicht bereits zu Handelsbeginn deutliche Verluste durch den Orderabschluss, die erst ausgeglichen werden müssen.

Wenn er zudem in Zeiten kauft, in denen das Angebot ausgeglichen ist, kann er das Wertpapier günstig erwerben. Deshalb ist es besser, die Eröffnung zu meiden, denn hier wird oft umgeschichtet und die Kursausschläge sind heftig – mit allen sich daraus ergebenden Risiken.

Meist ist das Angebot eine halbe Stunde nach Handelsbeginn ausreichend stabil, so dass es nicht zu Ungleichgewichten kommt. Nach Handelsschluss ist das Interesse dann zu gering, und die Quotierungen sind entsprechend ungünstig.

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